Projektlaufzeit: 06/2023 bis 12/2027
Projektziel: Das Integrierte Rheinprogramm (IRP) des Landes Baden-Württemberg verfolgt das Ziel, den Hochwasserschutz am Oberrhein zu verbessern und gleichzeitig die Entwicklung naturnaher Auenlandschaften zu fördern. Hierzu werden entlang des Rheins Hochwasserrückhalteräume geschaffen, die bei erhöhten Rheinabflüssen gezielt geflutet werden können. Neben der Hochwasserrückhaltung spielen ökologische Aspekte sowie mögliche Auswirkungen auf angrenzende Siedlungs- und Landwirtschaftsflächen eine wichtige Rolle.
Der geplante Hochwasserrückhalteraum Breisach/Burkheim ist Bestandteil des IRP. Im Zusammenhang mit seiner künftigen Inbetriebnahme werden verschiedene begleitende Untersuchungen durchgeführt, um mögliche Veränderungen der Umweltbedingungen frühzeitig zu erfassen und langfristig bewerten zu können.
Im Rahmen dieser Untersuchungen wird ein langfristiges Monitoring der Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) durchgeführt. Ziel ist es, mögliche Auswirkungen des künftigen Betriebs des Hochwasserrückhalteraums Breisach/Burkheim auf die Populationsentwicklung und Reproduktion der Kirschessigfliege sowie auf den Befall angrenzender Obst- und Weinbauflächen zu untersuchen.
Das Monitoring erfolgt auf Grundlage eines abgestimmten Untersuchungskonzepts, das vom Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg (WBI) und dem Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg (LTZ) entwickelt wurde. Die Untersuchungen umfassen Flächen innerhalb und außerhalb des Einflussbereichs des geplanten Rückhalteraums. Dabei werden verschiedene Lebensräume wie Wald, Waldrand, Obstanlagen und Weinberge berücksichtigt.
Die Datenerhebung umfasst ein regelmäßiges Fallenmonitoring zur Erfassung der Populationsdichte und -aktivität sowie die Untersuchung verschiedener Fruchtarten auf einen Befall durch die Kirschessigfliege. Ergänzend werden Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit an ausgewählten Standorten aufgezeichnet, um witterungsbedingte Einflüsse auf die Populationsentwicklung berücksichtigen zu können.
Das im Jahr 2023 begonnene Monitoring ist als langfristige Untersuchung vor und nach der Inbetriebnahme des Rückhalteraums angelegt. Die gewonnenen Daten sollen eine belastbare Vergleichsgrundlage schaffen, um mögliche Veränderungen der Kirschessigfliegenpopulation im Zusammenhang mit dem Rückhalteraumbetrieb von natürlichen Schwankungen unterscheiden und deren Bedeutung für den regionalen Obst- und Weinbau beurteilen zu können.
Die Untersuchungen erfolgen im Auftrag des Regierungspräsidiums Freiburg im Rahmen des Integrierten Rheinprogramms.
Das Projekt ist finanziert durch das Regierungspräsidium Freiburg
LTZ Augustenberg
Projektleitung am WBI: Niklas Samuel, Referat 12 - Ökologie